Oliver Kropf




Die Position von Oliver Kropf ist spannend und erfrischend. Collage-artig baut er seine Gegenstände in den malerischen Hintergrund ein und verbindet in seinen Werken Mystik und reine Malerei.

* 1973 in Güssing


Ausstellungs- und Installationsansichten


Publikationen und Texte


Eva Maria Bechter über Oliver Kropf


Oliver Kropfs Werke sind aufgebaut durch unzählige Schichten. Ist der Beginn eine farbige Überdeckung der Leinwand in Hinsicht auf eine Grundierung, so bleibt von dieser nach Vollendung des Gemäldes nur mehr selten etwas zu sehen. Er arbeitet diese Grundierung systematisch zu, setzt mit Hilfe eines Projektors seine Figuren auf die gestische Hintergrundmalerei und beginnt dann diese mit den Schichten darunter zu verbinden. Das vollendetes Bild wirkt oft mystisch, teils gar düster, so wie sich die Figuren in diese Landschaft einfügen und doch meist auch fehl am Platz wirken. Die gesetzten Pinselstriche zeugen von einer Kraft und Stärke, aber gleichsam auch von einer Freude an der Malerei per se. Die spontane Gestik, die erkennbaren Spuren der Pinselführung werden meist auch in den stets männlichen Protagonisten aufgegriffen. Oft handelt es sich bei diesen um typisch klischeehaft besetzte Männerrollen. Der Jäger mit angelegtem Gewehr auf der Jagd, der Krieger, der auf dem galoppierenden Pferd seinen Pfeil im Bogen spannt, oder auch der Diktator, der sein Volk anführt. Und doch sind diese starken Männer verletzlich.

 So wirkt der Krieger plötzlich verzweifelt und vergräbt sein Gesicht in seiner Hand, der Clown verliert seine Allüren als Spaßmacher und wirkt selbst gehetzt und ängstlich.. Hier beginnt die Malerei von Oliver Kropf Fragen auf zu werfen. Was geschieht hier? Warum steht diese Figur vor dieser scheinbar leeren Hausruine? Auf wen wird dieser Baseballschläger schwingende schreiende Mann als nächstes einschlagen? Beklemmung und düstere Vorahnungen mögen im Betrachter bei diesen Fragen aufkeimen, doch wenn dann die Malerei in ihrer Selbstreferenz in Bezug gesetzt wird, ist wiederum die malerisch tiefe Qualität vordergründig. Die Position von Oliver Kropf ist spannend und erfrischend. Collage-artig baut er seine Gegenstände in den malerischen Hintergrund ein und verbindet in seinen Werken Mystik und reine Malerei. Und wenn eine rote Figur durch die Himmelsphäre fliegt, so sieht der Künstler sich selbst darin, ständig rauf und runter, aber doch in luftigen Höhen frei fliegend.