2010 - CHRISTOPH SCHIRMER

»ALLGEMEINANÄSTHESIE«


Ausschnitt - Wandinstallation "Allgemeinanästhesie (brown canoe)" Acryl, Lack, Tuschestift auf Leinwand & Karton, 170 x 228 cm, 2009

Vernissage:   Donnerstag 21. Jänner  2010, 19.30 Uhr
Dauer:  22. Jänner  bis   26. Februar  2010

Text über die Arbeit von Christoph Schirmer

 Christoph Schirmer „switcht“ zwischen den aktuellen verfügbaren Neuen Medien und dem traditionellen Tafelbild.
Er verleiht dem Bild Malereicharakter, indem er die Farbe per se zur Wirkung kommen lässt. Sie dient nicht nur der Illusion von Figur und Raum sondern ist materielle Substanz auf der Bildfläche und koloristische Attraktion. Manchmal steigert der Maler diese Haptik, indem er Zonen gleich einem Relief schafft. Die Bildebenen wirken wie applizierte Tools, im spacig-futuristischen Design. Genauso spacig muten die komponierten Bildräume an, die sich deutlich von konventionellen homogenen Raumdarstellungen wie Landschaft oder Interieur unterscheiden. Schirmer verschleift mehrere Bildebenen in einander, verdreht die Achse, fächert verkürzte Perspektiven und Schrägen in die Bildebene auf – ein räumliches Kaleidoskop entsteht. Ähnlich wie bei einem Vexierbild bewegen sich die einzelnen Bildebenen nach vorne und hinten. Ein klar differenziertes Figur-Grundverhältnis ist zugunsten einer komplexen Camouflage aufgehoben. Hinzu kommt das Moment des Gleichzeitigen. Anstelle einer konventionellen „impressionistischen“ Abbildung eines Moments, einer Situation, ein schillernder Sample.

Ausschnitt von „Malerisch-virtuelle Metamorphosen“,
von Florian Steininger, Kurator BA-CA Kunstforum, Wien, 2007