KATHARINA KARNER

 

 

Das Problem mit dem Schönen – Künstlerstatement:

 In meinen Arbeiten versuche ich, das sogenannte Schöne zu umreißen, einzufangen und zuzuspitzen bis es zu kippen droht – ins Geschmacklose, ins Kitschige. Wichtig ist mir das Herausfiltern von Ikonen, die oft nicht (oder nicht mehr) als schön empfunden werden, aber dennoch diesen Stempel tragen. Ausgehend von historischen Fotografien, Bildern aus Film und Fernsehen, Elementen der Volkskunst und säkularen sowie religiösen Devotionalien, ist es meine Intention, die Ikonen des gewohnt Schönen neu aufzugreifen und abzubilden, neu zu kombinieren und damit ihre Bedeutung zu hinterfragen, Emotionen zu erwecken, Erinnerungen und Sentimentalität wachzurufen, eine Begegnung mit der kollektiven Erinnerung unseres Kulturkreises zu provozieren.

Auch formal ist mir das Überzeichnen Mittel zum Zweck: Kontraste in Farbe, Licht, glänzend-matt und zielführende Effekte wie gold und glänzende Materialien eignen sich hervorragend um die propagandistische Wirkung meiner Arbeiten zu erreichen.

Thematisch bediene ich mich an Bildfragmenten der Zeitgeschichte, die dem kollektiven Gedächtnis der Bild- und Mediengeschichte entspringen, und führe diese in neuen Zusammenhängen ihren subjektiven Bedeutungen zu. Dabei maße ich mir nicht an eine Aussage oder gar Wertung zu treffen. Vielmehr verstehe ich meine Arbeit als Bestandsaufnahme des Vertrauten, als Kartografie der dem Kulturkreis eigenen Vergangenheit, die identitätsbildend in jeder Biografie wirkt und unser Bilddenken und das Empfinden bei der Bildbetrachtung jeglicher Art wesentlich mitbestimmt.

Interessant wird es dort, wo die Grenzen erreicht werden und das sogenannte Schöne schon beinahe einen Brechreiz auslöst, der Kitsch unerträglich aufdringlich wird und die eigene Sentimentalität einen auslacht. Das Tragbare muss beinahe untragbar sein, Klischees müssen zugespitzt werden um als Ikonen des klischeehaft Schönen wieder aufzuerstehen.