Manfred SCHLUDERBACHER
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MALEREI VOM ANDEREN PLANETEN
Ausstellungskritik, Salzburger Volkszeitung, 04. Jänner 2002
Es gibt Bilder, bei denen man gar nicht erst eine Beschreibung versuchen soll. Ein solcher Problemfall verbaler Vermittelbarkeit stellt sich derzeit im Kunstforum Hallein. Zur Schau gestellt sind dort Malereien des nicht mehr ganz blutjungen Vorarlberger Künstlers Manfred Schluderbacher.
Dass der Hollegha-Schüler sich in zehn Jahren internationaler Ausstellungspräsenz in den Star-Status hochgearbeitet hat, leuchtet angesichts der großformatigen Bilder durchaus ein. Da ist jemand mit klassischen Mitteln am Werk, der noch etwas über Farbe mit ganz normaler Farbe auf ganz normaler Leinwand zu sagen hat - nach all dem, was koloristische Großzauberer wie Brandl, Damisch oder Scheibl in Jahrzehnten formuliert haben. Schluderbachers "Geheimnis" liegt wohl in der Kunst der Differenzierung und des malerischen Understatements. Weit weg von jeder mystischen Fadesse des monochromistischen Mainstreams versteht der Magier aus dem Ländle, einem einzigen Farbton ein Maximum an Pigmentauffächerung und Hell-dunkel-Spannung zu verleihen.
Im Gegensatz zu den meisten zeitgenössischen Malerfürsten geht Schluderbacher nicht pastos in die Höhe, sondern mit Verdünnungen und Verschleifungen optisch in die Tiefe. Krusten und Pasten sind nicht die Sache dieses Meisters der Feinabstufungen. Vielmehr öffnen seine Matschleier den Bildraum auf frappierende Weise. Man kann diese erstaunlichen Phänomene kaum beschreiben und schon gar nicht fotografisch reproduzieren. Gewiss ein Manko im Zeitalter der Homepages. Da bleibt nichts übrig als der gute alte Sichtkontakt zum guten alten Bild. Dies führt zur unausweichlichen Schlussfolgerung:
Manfred Schluderbacher gehört gesehen!
Anton Gugg
